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Pharos e.V.
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PHAROS e.V. - Internationale Bildungsarbeit und humanitäre Hilfe

 
 

Humanitäre Projekte von Pharos

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Hilfe zur Verwirklichung von Menschen- und Bürgerrechten



Viele Menschen, vor allem Angehörige der Volksgruppe der Roma, leben ohne gültige Ausweispapiere und können deshalb ihre Menschen- und Bürgerrechte nicht verwirklichen. Eltern und ihre Kinder sind nicht standesamtlich gemeldet. Ohne Personalausweis erhalten sie keinerlei staatliche Sozialleistungen, und die Kinder können nicht zur Schule gehen. Unsere Klienten können in der Regel nicht lesen und schreiben, leben vom Betteln oder vom Verkauf von gebrauchten Gegenständen, die sie in Mülltonnen finden. Pharos leistet Sozialarbeit, berät sie, hilft bei den Behördengängen und trägt die Kosten. Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist, diese Menschen ins staatliche System zu integrieren.



Die älteste Tochter der Familie T. in Sarajevo (hinten rechts) konnte bei ihrer Geburt nicht standesamtlich registriert werden, da ihre damals 16-jährige Mutter (ganz links) mit den Ausweispapieren ihrer Schwägerin entbunden hatte. Pharos half den Eltern, das entsprechende Gerichtsverfahren in Gang zu setzen, um die Elternschaft zu klären und damit den Erhalt einer Geburtsurkunde und Staatsangehörigkeit zu ermöglichen, und finanzierte die Reisekosten der Schwägerin von ihrem derzeitigen Wohnort in Mazedonien, um am Gerichtstermin anwesend sein zu können. Das Kind hat seit Sommer 2011 seine Geburtsurkunde mit allen korrekten Eintragungen.







Kamal K. war sein ganzes Leben staatenlos, da er bei seiner Geburt 1945 nicht standesamtlich gemeldet worden war. In den letzten Jahren lebte er vom Betteln und hauste mit gestrandeten Roma in einem besetzten Haus.

Im Oktober 2010 erreichte Pharos, dass er nachträglich ins Geburtsregister eingetragen werden konnte. Nun hat er einen Personalausweis und Reisepass, und kann Sozialleistungen beantragen. Bis zur Bewilligung der Sozialhilfe finanziert Pharos seinen Lebensunterhalt.






Zwei Romafamilien konnte Pharos dazu verhelfen, dass die Mütter und ihre Kinder kostenlos über das Arbeitsamt krankenversichert sind.

Der einzige Weg war, die beiden Mütter formal in einem festen Arbeitsverhältnis anzustellen, dies nach einem Monat wieder zu beenden und sie arbeitslos zu melden.

Pharos half bei den Behördengängen und trug alle Kosten.





Verica G. stammt ursprünglich aus Serbien, ist jedoch kroatische Staatsbürgerin und verbrachte einen Großteil ihres Lebens kriegsbedingt auf einer ungewollten Odyssee quer durch Europa. Zuletzt lebte sie jahrelang ohne Ausweispapiere in größter Armut und ständiger Angst vor Verhaftung und Abschiebung in Sarajevo.

Sie ist alleinstehend, kinderlos und hat keine Verwandten. Ihr tägliches Überleben verdiente sie mit dem Verkauf gebrauchter Kleidung auf dem Straßenmarkt und mit Betteln. Sie hauste in kriegszerstörten und verlassenen Gebäuden mit Bekannten aus dem Roma-Milieu.





 


Die Existenz als Illegale wurde so unerträglich, dass sie sich zur Rückkehr in ihr Herkunftsland Kroatien entschloss, obwohl sie auch dort weder Menschen noch einen Heimatort hatte. Dies erforderte jedoch eine komplizierte Prozedur, da sie ohne Ausweispapiere die Grenze nicht überschreiten konnte. Üblicherweise ist diese Prozedur mit Abschiebehaft und dem Zwangstransport über die Grenze des Herkunftslandes verbunden, wo der Abgeschobene sich selbst überlassen wird.

Pharos etablierte eine enge Kooperation mit allen beteiligten Ämtern und sorgte dafür, dass diese Prozedur menschenwürdig ablief. Gemeinsam mit Pharos-Koordinatorin Ingrid Halbritter verließ sie Mitte April 2009 das Land und konnte legal nach Kroatien einreisen. In einer Kleinstadt, wo sie in den 1990er Jahren eine Zeitlang gearbeitet hatte, erhielt sie ihre neuen Ausweispapiere, ist nun krankenversichert und erhält eine bescheidene Sozialhilfe. Alle entstandenen Kosten trug Pharos.

Seit ihrer Ankunft bis Anfang September 2009 war sie im Prinzip obdachlos, da die Sozialhilfe von 70 Euro für das Mieten eines Zimmers nicht ausreicht und das Sozialamt keine Lösung anbieten konnte. Auf ihren Hilferuf hin finanzierte Pharos den Erwerb eines gebrauchten Wohnwagens, der ihr zur lebenslangen Nutzung zur Verfügung steht.


Ihre Ansprechpartnerin für die Pharos-Projekte: Ingrid Halbritter M.A., Sarajevo
E-Mail: ingrid
.halbritter@pharos-online.org

Telefon: 00387 (0)33 223 560 oder 00387 (0)61 199 742
 

   
               
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